Staunen in paradiesischem Garten

07.07.2026

«In einem Garten sollte zu jeder Jahreszeit etwas blühen, dann ist er für viele Insekten attraktiv», erklärt uns Eva Sprecher, die mit ihrem Mann am Archweg in Breitenbach eine paradiesische Parzelle kultiviert. Die 15 Teilnehmenden der Exkursion des NVBDN «Wildbienen und Insekten» kommen beim Flanieren aus dem Staunen nicht heraus und hören gebannt zu, was die Biologin, die am Naturhistorischen Museum Basel für die Käfer zuständig war, zu berichten hat. 
Zwei grosse Teiche bilden das Herzstück des Gartens – Blaupfeillibellen zeigen eine Flugshow über dem Wasser, Wasserläufer und Moderlieschen sind zu sehen, Molche und Kaulquappen schwänzeln im Tiefen. Und quer durch den Schwimmteich kurvt tatsächlich eine Ringelnatter. «Die stört uns beim Schwimmen nicht», lacht Eva und weist uns auf eine Maskenbiene am Braunwurz hin. 
Auch ein Wurz - ein Drachenwurz – gedeiht daneben und stinkt bestialisch nach Aas. 


Nebst vielen einheimischen, wachsen auch etliche exotische Pflanzen hier. Orangenblüten duften, der Szechuanpfeffer bildet Körner, Indianerbananen bilden Zapfen.
Perfekte Insektenblüten seien Mohn und Glockenblumen, erklärt Eva und die verblühten Flockenblumen dienten den Wollbienen zum Nestbau. Drei Viertel aller Wildbienen aber brüten im Boden. Deshalb lohnt sich das Einrichten einer «Sandlinse»: Ein 40 Zentimeter tiefer, mit Sand-Lehmgemisch gefüllter Quadratmeter im Garten bietet vielen Wildbienen Unterschlupf.
Im hinteren Teil am Waldrand gackern Tiroler-Hühner und Pfauen stolzieren herum.

 

 

Im nahen Wäldchen am Bach entdecken wir Köcherfliegenlarven und Bachflohkrebse. Der Schatten tut uns gut, es ist ein heisser Tag. Sie sei etwas enttäuscht, uns nicht mehr zeigen zu können, meint Eva, sogar den Insekten sei es halt mal zu tropisch. Weder Taubenschwänzchen noch Holzbienen liessen sich bei der Hitze blicken. Ganz und gar nicht enttäuscht, sondern überaus begeistert, waren die Gartengäste angesichts der unglaublichen Vielfalt von Gewächsen, Gefieder und Insekten.