Naturschätze auf der Blauenweide

02.07.2026

Gabriela Hofer vom Ebenrain ist Verantwortliche für die 50 Trockenwiesen von nationaler Bedeutung im Kanton Baselland und kümmert sich ebenfalls um die Biodiversität in der Landwirtschaft. Die Blauenweide sei die grösste Trockenwiese im Kanton, erklärte sie der Gruppe von Interessierten, welche sich am Samstag, 30. Mai, beim Schützenhaus in Blauen eingefunden hatten. Das eigentliche Ziel der Führung über die Weide – den Dorfbewohnern von Blauen den Artenreichtum bewusst zu machen – wurde leider nicht erreicht, denn nebst Vereinsmitgliedern des NVBDN nahmen kaum Einwohner teil. Die Strukturvielfalt der Weide müsse unbedingt erhalten bleiben, nur so fänden hier weiterhin viele Arten ihren idealen Lebensplatz, ergänzte Gabriela Hofer. 

345 Hektaren Wald und 47 Hektaren Weide sind im Besitz der Burger. 100 Mutterkühe und 50 Rinder sorgten dafür, dass die Weide abgegrast werde, so Iwan Jermann, der von den Burgern als Hirt angestellt ist. 

Ganze Geschwader von Schmetterlingen flatterten den Naturfreunden um die Köpfe. Der Schachbrettfalter beispielsweise steige, bedingt durch den Klimawandel, stetig höher, erklärte der Schmetterlingsexperte Andreas Erhard. Er sei sehr erfreut, dass der Segelfalter – einst verschwunden – jetzt wieder zurück sei. Die Weide sei ausserdem der ideale Tummelplatz für den Herbstspinner, da er sehr schnell fliege und daher viel Platz brauche. 

André Humair (Feldornithologe) freute sich über die 12 – 15 Neuntöterpaare, die hier genau das finden, was sie brauchen: mageres Gras und übersichtliches Gelände, denn ihre Nahrung sind kleine Mäuse, Käfer und Werren. Er bedauerte aber gleichzeitig auch, dass der Pieper definitiv verschwunden sei. Viele Mauersegler waren anzutreffen, Goldammern und Gartenbaumläufer waren zu hören.
Die Pyramidenorchis präsentierte sich in stolzem Pink entlang des Weges.