Die Gemeinde Nenzlingen lud am Samstag, 9. Mai 2026, zum Neophytentag ein. Bei strahlendem Sonnenschein rückte eine engagierte Truppe aus, um die invasiven Problempflanzen gezielt zu bekämpfen und den Lebensraum für unsere heimische Flora zu erhalten.
Pünktlich um 09:00 Uhr versammelten sich insgesamt 13 motivierte Helferinnen und Helfer beim Gemeindesaal. Die Gruppe bestand aus zehn Nenzlingern sowie drei weiteren Gästen, welche dem Aufruf des Natur- und Vogelschutzvereins (NVBDN) gefolgt waren. Tatkräftige Unterstützung gab es zudem auf vier Pfoten: Ein quirliger Jack Russell begleitete die Truppe und sorgte mit seinem unermüdlichen Bewegungsdrang für spielerischen Ansporn.
Der Gemeinderat Ivo Amrein stimmte die Teilnehmenden vorab auf den Einsatz ein. Dabei verdeutlichte er das Kernproblem: Die invasiven Neophyten nehmen den einheimischen Pflanzen den Platz weg und müssen, wenn immer möglich, zwingend mitsamt der Wurzel gejätet werden. Das weit verbreitete Einjährige Berufkraut ist aufgrund der heutigen klimatischen Bedingungen längst mehrjährig geworden, was seine unkontrollierte Ausbreitung massiv beschleunigt. Ein wichtiger Appell geht damit auch an alle Liegenschaftsbesitzer: Nicht nur ungepflegte Dachbegrünungen entwickeln sich rasant zu Hotspots. Auch in privaten Gärten bleibt das Berufkraut oft unbemerkt, weil es für hübsch oder fälschlicherweise gar für echte Kamille gehalten wird. Zudem betonte Ivo Amrein, dass der Krautsaum an den Waldwegrändern enorm wertvoll für die heimische Flora ist. Diese Ränder sollten frühestens Ende Juli oder im August gemäht werden, damit die einheimischen Pflanzen verblühen und versamen können. So bleibt unsere Artenvielfalt erhalten. Eine zu frühe Mahd schafft nicht nur neuen Platz für die Ausbreitung der Neophyten, sondern schneidet das Berufkraut oberirdisch ab, was den Neuaustrieb aber nicht verhindert. Das anschliessende Jäten wird dadurch massiv erschwert.
Über 160 Kilo Pflanzenmaterial entfernt
Während rund um den Marchelweiher gezielt Japanischer Knöterich und Goldruten bekämpft wurden, standen am Mülirai und Marchelgrubenweg das bereits üppig wachsende Einjährige Berufkraut sowie weitere Goldruten im Fokus. Obwohl der Termin in diesem Jahr sehr früh angesetzt war, waren die Pflanzen teilweise bereits sehr gross. So gelang es, die Pflanzen vor der Blüte erfolgreich zu entfernen. Am Ende des Einsatzes waren zwölf 110-Liter-Abfallsäcke mit über 160 Kilogramm Neophyten gefüllt. Die enorme Menge zeigt jedoch auch: Komplett eindämmen lassen sich diese Bestände wohl nie, weshalb es auch in Zukunft auf die Mitarbeit aller ankommt.

Wohlverdienter Lohn auf dem Sonnenhof
Der intensive Einsatztag fand auf dem Sonnenhof von Patrick Staub bei einem von der Gemeinde gespendeten Mittagessen einen gemütlichen Ausklang. Ein grosses Dankeschön geht an Patrick Staub für das Gastrecht und die bereitgestellte Infrastruktur, an Franziska Weber-Isler vom NVBDN sowie an alle Beteiligten für diesen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt unserer lokalen Biodiversität!
Ivo Amrein
